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Reisebericht
Unser Wecker ist zwar auf 8.00 Uhr gestellt. Wir wachen aber auf, da sich in
unmittelbarer Nähe zu unserem Übernachtungsplatz eine Baustelle befindet. Große
Lastwagen transportieren Unmengen von Sand, um sie dann mit Baggern festzufahren
und damit die Strasse auszubessern. Die Kinder schlafen noch. Die Sonne scheint
und wärmt bereits, obwohl es draußen noch sehr kalt ist. Der Boden unter uns ist
gefroren. Wir frühstücken und fahren um 9.30 Uhr los.
Die Strecke führt durch wunderschöne Landschaften. Am meisten gefällt uns die
Weite der Tundra. Wir sehen einige Karibus und halten auch an, um diese zu
beobachten. Später wird es eintöniger und so beschließen wir, bis Inuvik durch
zu fahren. Unsere Stempel versuchen wir an den angegebenen Stellen zu bekommen.
Am Visitor Center in Nitainlaii und im Fort McPherson machen wir Halt. Im
Letzteren schauen wir noch die Gräber der Lost Patrol an, jener vier Mounties,
die im Dezember 1910 zu einer Mission mit Hundeschlitten aufbrachen, um eine
Route nach Dawson City zu finden. Nach insgesamt 53 Tagen starben die Männer
nach erfolgloser Suche nur 25 Meilen von Fort McPherson entfernt.
Zweimal fahren wir mit Fähren über den Peel River und den Mackenzie River.
Danach beginnt das MacKenzie Delta, ein 240 Kilometer langes Labyrinth aus Seen
und Flussarmen, Sandbänken und Sümpfen. Es wird bevölkert von Bisamratten und im
Sommer von Millionen von Vögeln.
In Inuvik endlich angekommen, besuchen wir erst einmal das sehr schöne Western
Arctic Regional Visitor Center. Inuvik befindet sich nur noch 50 Meilen vom
Nordmeer entfernt.
Ausflüge dorthin werden per Boot oder Charterflugzeug
angeboten. Die Häuser sind auf Betonstelzen gebaut und mit im Winter beheizten
Alurohren verbunden. Die Stadt hat ca. 3500 Einwohner und ist die nördlichste,
mit dem Auto zu erreichende Stadt Kanadas. Die hier lebenden Inuit, früher
Eskimos genannt, haben sehr harte Lebensbedingungen. Im Sommer geht die Sonne
vom 25.Mai bis zum 18. Juli nicht unter, im Winter vom 7. Dezember bis zum 5.
Januar gar nicht auf. Zu Zeiten des kalten Krieges war Inuvik eine wichtige
Station für die einsamen Radarstationen. Öl und Gas waren ab 1970 wichtig. Heute
leben noch viele der Einwohner nach alten Traditionen.
Wir besuchen die Igloo-Church im Zentrum der Stadt und gehen danach auf den
nicht weit entfernten Campingplatz namens Happy Valley Campground. Nach dem
Essen und Duschen geht es bald ins Bett.
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