[ zur Fotogalerie des Tages
]
Reisebericht
Nach dem Aufstehen um 8.15 Uhr und kurzem Duschen, fertig machen und kleinem
Frühstück für die ganz Hungrigen geht es zum Wohnmobilvertreter "Cruise Canada",
der uns einen neuen Außenspiegel für unseren RV liefern soll. Dieser war durch
die ungeteerte Straße auf dem Dempster Highway lose geworden und trotz Reparatur
an einer Tankstelle in Eagle Plains "abgefallen". Der Spiegel war nicht das
Problem, aber das Finden der in unseren Unterlagen angegebenen Adresse. Nach
zweimaliger Nachfrage nach ca. 1 Stunde endlich gefunden, war die Reparatur
gleich getan. Auch eine weitere lose Schraube war gleich nachgezogen und der
verloren gegangener Abwasserdeckel erneuert.
Endlich geht es weiter auf dem Alaska Highway, dann in Richtung Carcross auf dem
Klondike Highway, der uns die Geschichte der Goldsucher weiter näher bringt.
Am
Emerald Lake bestaunen wir die unterschiedlichen Grüntöne des Sees und halten an
der kleinsten Wüste der Welt, der Carcross Desert. Diese befindet sich zu Füßen
der Caribou Mountains und wurde von einem prähistorischen Gletschersee
geschaffen. Sie beherbergt ein besonderes Biotop. Der vom Benett Lake
heranpfeifende Wind verhindert im Wesentlichen die Besiedlung durch Pflanzen,
nur kleine Fichten, Kiefern und Kriechpflanzen konnten hier Fuß fassen.
Im nachfolgenden Ort Carcross, der früher Caribou Crossing hieß, aber wegen der
hohen Verwechslungsrate mit anderen Orten gleichen Namens umbenannt wurde, geht
es auf Entdeckungsreise in die Vergangenheit. Ein halbes Schiff und alte Häuser
zeigen von der Geschichte. Hier sorgten eine Zugstrecke und ein Raddampfer
dafür, dass der Ort Umschlagplatz für Passagiere und Fracht nach Atlin und zu
den oberen Orten im Yukon war.
Nach Souvenir- und Postkartenkauf geht es weiter über den White Pass in Richtung
Skagway. Dort haben wir für den Abend eine Fähre nach Haines gebucht.
Überreste der Venus Mine (alte Erzaufbereitungsanlagen) zeugen von einem
Goldvorkommen und stehen noch an den Hängen. Die beiden Seen Tagish Lake und
Tutshi Lake säumen unseren Weg bis zum 1000 Meter hohen Pass. Oben führt die
Fahrt an alpiner Tundralandschaft und von Seen und Tümpeln überzogenen
Hochtälern vorbei. Schienen winden sich an den Hängen und wir sehen kurz vor der
Grenzstation nach USA einen vollbesetzten Zug in Richtung Skagway. Bei der Fahrt
ins Tal erinnern uns Schilder an die historischen Punkte am White Pass Trail,
auf dem die Wohlhabenderen unter den
Goldsuchern
mit Packpferden ihre Ausrüstung über die Berge transportierten. Dort wurde sie
dann für die Weiterfahrt auf dem Yukon River in Boote verladen. Nachdem die
Route ganz harmlos begann, wurde sie für über 3000 Pferde im Jahre 1897 zum
Verhängnis (Dead Horse Gulch). Im darauf folgenden Frühjahr wurde dann mit dem
Bau einer Schmalspurbahn begonnen. Wir halten an den Aussichtspunkten und sehen
die schneebedeckten Gletscher des Glacier National Park.
Am Zielort angekommen, erfahren wir an der Fähranlagestation, dass die Abfahrt
unserer Fähre, der M.V. Columbia, wegen eines Defekts auf den nächsten Abend
verschoben wurde und gehen daher auf den schön angelegten, fast angrenzenden
Pullen River RV Park. Es ist sehr warm (ca. 25 Grad C) und wir warten auf jeden
Fall bis zum nächsten Morgen ab, ob unsere Fähre ihren Betrieb tatsächlich
wieder aufnimmt. Dadurch würden wir 359 Meilen sparen. Die Fahrtzeit der Fähre
beträgt nur eine Stunde. Außerdem ist die ganze Gegend hier interessant. Am
Hafen liegen fünf große Kreuzfahrtschiffe. Zu Hochzeiten tummeln sich im Ort
5000-6000 Besucher. Viele fahren mit Bussen zu Ausflügen oder lassen sich auf
den Pass hochbringen, um dann mit Fahrrädern wieder hinunter zu fahren. Wir
haben Glück und es scheint relativ ruhig zu sein.
[ voriger Tag ] [ zur Routenübersicht ] [ nächster Tag ] [ zur Karte der Tagesetappe ] [
zur
Fotogalerie des Tages ]