Einleitung
Wie schon in den letzten Jahren üblich, musste das Familienoberhaupt das Thema Urlaubsplanung 2011 während den Weihnachtsferien 2010 zur Sprache bringen. Immer noch steht ein weiterer Besuch im südlichen Afrika aus, und nach wie vor ist das einer der heißen Favoriten. “Unglücklicherweise” gab es aber zum Jahreswechsel eine Dokumentation im ARD über die Nord-West-Passage, mit traumhaften Bildern aus dem nördlichen Kanada. Die Erinnerungen an unseren Urlaub 2007 waren noch frisch genug, um zu wissen, dass wir in diesem großartigen Land noch lange nicht alles gesehen haben. Was schnell klar war, wir wollen nicht einfach die gleiche Tour nochmals abfahren, sondern uns auf Teile, die wir damals entweder noch nicht oder nur als für zu kurz befunden besucht hatten konzentrieren.
Verwöhnt von den letzten Urlauben im Wohnmobil, soll dies auch ein weiteres Mal die Reiseform der Wahl sein, obwohl mehr Outdoor-Gefühl im Zelt immer noch – oder wieder – eine reizvolle Alternative darstellt. Weiterhin gab es die prinzipielle Frage Alaska oder Yukon, und für dieses Jahr hat Alaska den Sieg errungen. Und schließlich wollte die Familie auch nicht mehr 3 Wochen in den Sommerferien auf den Beginn der Reise warten. Damit waren die Rahmenbedingungen klar, und bereits Mitte Januar die Flüge mit Condor nach Anchorage und das Wohnmobil gebucht.
Planung
Damit begann dann die interessante Phase der Planung. Da zumindest an den Brennpunkten wie Denali National Park die Unterkünfte frühzeitig im Jahr ausgebucht sind, musste das grobe Gerüst relativ schnell stehen. Dasselbe gilt für eventuell notwendige Fährverbindungen. Ohne Fahrzeug oder mit einem normalen PKW geht auch in der Hauptsaison meist kurzfristig noch etwas, nicht aber mit einem Wohnmobil.
Also wurden schnell noch ein paar neue Reiseführer über Alaska besorgt, hier hat vor allem der gut geschriebene (englische) Frommers Alaska 2010 die Reiseplanung merklich beeinflusst. Immer natürlich mit der Einschränkung, dass die Reiseziele “erfahrbar” sein sollten. Die wesentlichen Eckpunkte der Reise ergaben sich dann wie folgt:
- Cordova, erreichbar nur über Fähre oder Flugzeug, mit einer 60 Meilen langen Straße ins Nirgendwo. Endpunkt dieser Straße ist der Childs Glacier, ein (noch) wachsender Gletscher, der mit über 100 m Höhe direkt in den Copper River kalbt. Und genau gegenüber ist ein Campground – also ein absolutes Muss.
- Mc Carthy/Kennicott – tief im Wrangell/St. Elias National Park. Die Berge und Gletscher dieses Parks hatten uns schon 2007 sehr beeindruckt, auch wenn wir dort nur am Rande vorbei gefahren waren.
- Dalton Highway / Brooks Range – nach der einmaligen Erfahrung auf dem Dempster Highway 2007 die Hoffnung auf noch viel mehr grandiose Natur, auch wenn diese Straße von mehr Trucks bevölkert wird.
- Denali National Park – nach 2007 der Wunsch, mehr Zeit im Park zu verbringen. Daher sind drei Nächte direkt im Nationalpark (wo man mit dem Wohnmobil noch hinfahren darf) zu verbringen.
Cordova – allein die Schilderung aus dem erwähnten Reiseführer weckt viel Vorfreude. Wenn dann auch noch das Wetter einigermaßen mitspielt, sollte das ein unvergessliches Erlebnis werden. Kleinere Wanderungen an Gletscherseen mit Eisbergen, Vogel- und andere Tierbeobachtungen sowie die Übernachtungen direkt an einem kalbenden Gletscher sind geplant. Ansonsten werden wir uns eben auf dem bei unserem Besuch stattfindenden Cordova Salmon Run, einem Volksfest mit Marathon-Lauf, austoben.
Mc. Carthy/Kennicott ist eine der wenigen Möglichkeiten, mit dem Auto in die beeindruckende Berg- und Gletscherwelt des Wrangell/St. Elias National Parks hineinzufahren. Am Ende der 60 Meilen langen Straße erwartet einen eine alte Kupfermine, die Möglichkeit, einen Gletscher in einer Halbtagstour gefahrlos zu erkunden sowie ein Feinschmeckerrestaurant (!!). Entlang des Weges sollten wir Lachsfischer bei der Arbeit betrachten können – die Fish-Wheels sowie die Menge und Qualität der Lachse sollen einmalig sein.
Über den Dalton Highway liest man sehr zwiespältige Kommentare. Für die Einen ist das eine sehr lange Rüttelstrecke mit viel Verkehr, für die Anderen eines der letzten Abenteuer. Wir tendieren verständlicherweise zur Ansicht der Anderen… Um hier kein übermäßiges Risiko einzugehen, haben wir uns für diese Teilstrecke einen 4x4 Pickup gemietet und übernachten auf der halben Strecke in einem alten Goldgräbernest.
Im Denali National Park werden wir die unvermeidliche Bus-Tour zum Wonderlake machen, die restlichen 1-2 Tage aber im näheren Umkreis des Teklanika River Campgrounds inmitten grandioser Natur verbringen.
Für die Feinplanung haben wir uns dann noch schon hier die Bibel des Nordens, den Milepost besorgt, in dem jede der offiziellen Straßen in Alaska detailliert beschrieben sind.
Route
Hier ist die Übersicht über die geplante Route. Da wir dieses Jahr oft abseits der ausgetretenen Pfade unterwegs sind, haben wir die meisten Unterkünfte bereits frühzeitig reserviert. Das nimmt vieleicht ein bisschen Flexibilität, aber bei den oft recht kleinen Campgrounds ist für ein Wohnmobil in der Hochsaison schnell mal kein Platz mehr vorhanden. Und Umbuchen kann man ja immer noch …
| 28. Juli | Flug von Frankfurt nach Anchorage |
| 29. Juli – 2. August | Mit der Fähre über den Prince William Sound nach Cordova, Sightseeing, kleine Wanderungen im Copper River Delta und am Exit Glacier |
| 3. August – 6. August | Zurück mit der Fähre nach Valdez und weiter in den Wrangell/St. Elias National Park nach Mc. Carthy/Kennicott. Gletscherwanderung, Minenbesichtigung und vielleicht ein White Water Rafting Trip |
| 7. August – 10. August | Über den Denali Highway nach Fairbanks |
| 11. August – 15. August | Kleiner Abstecher auf den Dalton Highway bis nach Deadhorse/Prudhoe Bay, hoffentlich mit Bad (der großen Fußzehen) im Polarmeer. Anschließend einen Tag entspannen in Fairbanks |
| 16. August – 18. August | Campen im Denali National Park |
| 19. August – 20. August | Auf langsamen Wegen zurück nach Anchorage, vielleicht noch mit Abstechern nach Talkeetna und über den Hatcher Pass |
| 21. August – 22. August | Anchorage und Umgebung, Abschied nehmen |
| 23. August | Rückflug nach Frankfurt |
Trotz des 1000 Meilen Trips an das Polarmeer ist die gesamte Route mit ca. 2.500 Meilen aus unserer Sicht nicht zu lang oder stressig. Abgesehen von diesem Abstecher fallen die Tagesetappen nie größer als etwa 150 Meilen aus, und da wir diesmal auch mal länger als einen Tag an einem Ort ist, sind immer wieder fahrtechnische “Ruhetage” vorprogrammiert.
Hier die Übersicht auf der Karte:
