Tag 3: Grand Canyon South Rim
Kurzporträt
Highlights
Hubschrauber-Rundflug über den Grand Canyon
Bild des Tages
![]() | Hubschrauberflug über den Grand Canyon |
Reisebericht
Wir sind bereits um 6.00 Uhr wach und machen uns ans Einräumen des Wohnmobils. Für Andreas müssen wir notgedrungen einen neuen Schlafanzug kaufen. Trotz Kontrolle beim Einsortieren der Koffer ist dieser nicht mehr auffindbar. Nachdem es im Wal-Mart nur Modelle gibt, die uns an die Serie „Die Waltons“ erinnern lassen, genügt ein T-Shirt und normale Boxershorts.
Nachmittags sind wir dann auf dem Highway 66 und lassen uns im kleinen Städtchen Seligman an die Zeit erinnern, als hier ca. 9000 Pkw und Motorräder pro Tag durch kamen, auf ihrem Weg vom Osten nach Westen um 1930, als die Weltwirtschaftskrise ausbrach und viele nach Arbeit suchten. Die Straße verbindet Chicago mit Los Angeles und wurde erst Ende der 50er Jahre asphaltiert. 1978 dann wurde die Interstate eröffnet, und das hatte natürlich für die Städte an der Route 66 fatale Folgen. Kaum 50 Autos am Tag verirrten sich z.B. noch nach Seligman. Heute besteht Seligman fast nur noch aus Souvenirläden, die mit alten Nummernschildern und Artikeln, auf denen Route 66 steht, ihr Geld machen. Einige haben ziemlich rostige Oldtimer herumstehen. Ein Barbierzimmer eines Mannes namens Angel Delgadillo zeigt Relikte aus dieser Zeit. Er begründete mit seinem Bruder in den 50er Jahren die „Historic Route 66“, um den Verfall der Städte aufzuhalten.
Wir erreichen um 14.30 Uhr Williams, von wo die Straße zum Grand Canyon nach Norden abzweigt. Durch hügeliges Waldgebiet geht es immer noch leicht bergan, und schon von weitem kann man den Nordrand des Grand Canyon erkennen - so klar ist die Luft.
Um 15.00 Uhr erkundigen wir uns bei zwei Anbietern für Hubschrauberrundflüge über den Grand Canyon. Nach kurzer Beratung entscheiden wir uns zu einem 45 minütigen Flug mit der ganzen Familie. Nach dem Wiegen werden uns Nummern bzw. Sitzplätze zugeteilt. Jeannette und Gabi sitzen vorne beim Piloten, die männlichen Mitglieder der Familie (aufgrund der besseren Trimmung :-) hinten. Nach kurzer Einführung geht es dann zum Hubschrauber, der uns zuerst über die Wälder bis zum Rand des Grand Canyons fliegt. Mit dramatischer Musikuntermalung beim Anflug auf die Canyon-Kante (Wagner's Zarathustra!) und einigen Informationen auf Deutsch beginnt der atemberaubende Teil des Flugs. Wir genießen alle das Naturwunder und staunen über die Farben der Canyons und Plateaus und sehen weit unten den Colorado River. Nach dem Flug fahren wir zum Mather Campground im Nationalpark. Dort haben wir bereits im April drei Nächte reserviert, da in der Sommerzeit ansonsten kaum ein Platz verfügbar ist, vor allem nicht für große Wohnmobile. Das Wetter ist leicht bewölkt und sehr warm. Einzelne Wolken regnen sich ab.
Wir machen uns nach 18.00 Uhr mit dem Shuttle-Bus auf den Weg zum Rand des Grand Canyons, um dort den Sonnenuntergang um ca. 19.15 Uhr mit zu erleben. Mit zwei Fotos und Stativ wird das Farbenspiel festgehalten. Wie so oft steigen viele Besucher auf einzelne große Felsen. Lt. Besucherzentrum passiert hierbei aber selten ein Unfall. Es gibt mittlerweile sogar ein Buch über die dokumentierten Todesfälle im Gran Canyon. Sehr makaber!
Als wir wieder mit Bus und zu Fuß den Berg zu unserem Platz zurückkehren, gibt es noch ein schnelles Abendessen und schon fallen alle in die Betten. Sogar die sonst übliche Diskussion „wer schläft heute wo?“entfällt seltsamerweise.


