Tag 7: Sedona - Prescott
Highlights
Wanderung in den West Fork des Oak Creek Canyons
Bild des Tages
![]() | In der "U-Bahn" am Ende des Trails |
Reisebericht
Ohne Frühstück, dafür aber mit zwei Rucksäcken voll Marschverpflegung geht es zum Ausgangspunkt unserer Wanderung, einem Parkplatz eine Meile unterhalb des Campingplatzes. Wir wollen den 6,2 Meilen langen Fork Trail machen. Nachdem wir noch eine Gebühr bezahlt und uns in ein Verzeichnis für Wanderer eingetragen haben, geht es durch den Wald entlang des Oak Creek West Forks. Über viele Steine und Wurzeln geht es immer leicht bergauf. Wir müssen ca. 15 Mal den Bach überqueren und dabei auf Steinen und Baumstämmen balancieren. Das macht allen sehr viel Spaß und es ist durch den Schatten der Bäume zu dieser Tageszeit noch angenehm. Da der Weg nicht gekennzeichnet ist, spekulieren wir immer wieder, ob das Ende des Wanderwegs nun schon erreicht ist bzw. wieweit es noch ist. Einige wenige Wanderer kommen uns bald entgegen. Wir vermuten, dass sie nur einen Teil des Trails gemacht haben. Als wir endlich nach 2,5 Stunden am Ende des Wegs in einer Schlucht ankommen, wird erst mal gevespert und eine halbstündige Pause eingelegt. Weiter in den Canyon geht es hier nur durch Waten und später auch Schwimmen und Klettern, wir belassen es beim Waten um die nächste Biegung. Um 11.30 Uhr geht es zurück in Richtung Wohnmobil. Wir treffen viele andere Wanderer, die sich trotz Mittagshitze erst auf dem Hinweg befinden. Da es nun wieder fast dreißig Grad hat und der Weg nun auch mehr in der Sonne liegt, wird der Rückweg relativ anstrengend. Wir versuchen im gleichem Tempo zu laufen und machen immer wieder kurze Pausen. Unsere Wasservorräte reichen gerade so aus, als wir gegen 13.30 Uhr den Parkplatz erreichen. Dennis Andres, der Autor unseres Wanderbuchs (der sich Mr. Sedona nennt), muss wohl fast gerannt sein, da er von einer Wanderzeit um die 3,5 Stunden hin und zurück spricht. Normalerweise geben die Amerikaner bei ihren Zeitangaben eher großzügige Zeiten an.
Wir erholen uns kurze Zeit. Nach einer Dusche im Wohnmobil fahren wir noch 60 Meilen bis Prescott weiter über die Mingus Mountains. Von dort haben wir einen tollen Blick zurück zu den Red Rocks. Im Hintergrund sind die Bergspitzen der San Francisco Mountains bei Flagstaff zu sehen. Das Dorf Jerome liegt extrem steil an den Bergen und erinnert uns eher an Bergdörfer in südlichen Ländern Europas. Mit dem Wohnmobil finden wir keine wirkliche Chance, zu parken und uns im Ort umzusehen. Der Pass ist über 2000 M. ü. M. und auf der anderen Seite schon mit Blick auf unser Ziel. Die Landschaft ist eher steppenartig mit kleinen Hügeln aus gelblich knorpeligen Steinen. Auf einem Berg mit ebensolchen Steinen wollen wir auf einem Campingplatz namens Point of Rocks übernachten, checken dort ein und erfahren vom Besitzer, dass man in der Innenstadt im Lokal der Prescott Brewing Company (einer Brauerei, die 2010 als Nummer 1 von Arizona ausgezeichnet wurde) gut essen kann. Wie meist erweisen sich die Tipps der Einheimischen als befolgenswert, denn die Atmosphäre und das Essen sind gut. Unsere Essen, sogenannte Fajitas, kommen in heißen, brutzelnden Pfannen auf den Tisch. Dabei kann zwischen Garnelen, Rindfleisch oder Huhn mit Gemüse gewählt werden und das Ganze wird mit Tortillas serviert. Diese füllt man selbst mit Tomatenstücken, Salat und Käse und tunkt diese in Salsa. Jeannette und Andreas essen lieber Pizza und Nudeln.
Als wir nach dem Essen aus dem Lokal kommen, hören wir direkt gegenüber Musik der Michael Wax Big Band, von der einige Musiker bereits im fortgeschrittenen Alter sind. Ein Trompeter ist bereits 85 Jahre alt, was ihn aber nicht daran hindert, ein mitreißendes Solo aufs Parkett (oder besser - die Trompete) zu legen. Auf dem Gelände vor dem Court Houser mitten in der Stadt sitzen hunderte Menschen (das Durchschnittsalter wird von Oliver so um die 60 Jahre geschätzt), haben ihre Klappstühle mitgebracht oder tanzen auf einem Platz vor der Big Band. Ein Musikstück wird als hundert Jahre alt vorgestellt, hört sich aber immer noch sehr modern an. Wir verlassen den Platz als das letzte Stück vorbei ist und fahren auf den Campingplatz zurück. Um 22.00 Uhr gehen alle müde ins Bett.


