Unsere Reise in die USA 2002
Warum wir uns das alles antun
Zugegeben - auf den ersten Blick mag es verrückt erscheinen, mit drei kleinen Kindern (5½, 3½ und 1½) eine Reise in die USA zu machen und das gleich für 6 Wochen und mit einem Wohnmobil. Aber auf den zweiten Blick spricht dann doch einiges dafür:
Wir waren 1999 schon mit zwei Kindern dort und es hat wunderbar funktioniert. Außerdem hat Joachim noch genügend Bonus-Meilen, um alle Flüge für uns buchen zu können.
Zum Anderen hat er noch viel Resturlaub, und sein Chef hat den langen Urlaub genehmigt (vielen Dank auch dafür!).
Dann ist da noch die Überlegung, dass Oliver nächstes Jahr im Herbst in die Schule kommt und wir dann an die Schulferien, etc. gebunden sind.
So kamen wir zum Schluss, dass dieses Jahr die Sterne für eine weitere Reise in die USA ganz günstig stehen.
Vorgeschichte
Eine weitere USA-Reise stand bei uns eigentlich immer noch auf dem Programm, bevor Oliver in die Schule kommt. Und da Gut Ding bekanntlich Weile haben will, haben die Vorbereitungen eigentlich schon letztes Jahr Anfang September begonnen - damals hatte ich meinen Freund Uli gebeten, mir eine Routenplaner-Software aus den USA mitzubringen.
Nach den schrecklichen Ereignissen des 11. September hatten wir den US-Routenplaner schon in die Kategorie "klassischer Fehlkauf" eingeordnet. Und als im Oktober dann auch noch die Swissair pleite war, sahen wir unsere Bonusmeilen als verloren - und damit das Budget für die Reise sowieso als nicht mehr realistisch an.
Aber dann, als sich Anfang Januar geklärt hatte, dass die Meilen noch gültig sein müssten, Joachim's langer Urlaub genehmigt und Flüge im Urlaubsfenster möglich waren, wurde es doch sehr schnell konkret.
Eigentlich wollten wir dieses Jahr den Schwerpunkt auf die Rocky Mountains legen, und da wären Denver oder Salt Lake City geeignete Ausgangspunkte gewesen.
Leider sind beide Destinationen mit der Swissair (jetzt Swiss) bzw. ihren Partnern ab Zürich nur schwer, d.h. mit mindestens einmal Umsteigen zu erreichen. Und Umsteigen ist auch schon ohne Kinder im Schlepptau bei diesen Flugdauern nicht unbedingt angenehm. Die einzige nonstop erreichbare Westküstendestination der Swiss ist momentan Los Angeles - ist ja nicht sooo weit weg vom ursprünglich geplanten Ziel.
Daraufhin ging's erstes ging's zum Reisebüro, um uns für den gewünschten Zeitraum ein Wohnmobil zu noch einigermaßen vernünftigen Konditionen zu sichern. Interessanterweise bieten die Reisebüros bessere Konditionen an, als man über das Internet direkt bei den Anbietern abfragen kann. Liegt wohl einfach an den Kontingenten, die sie so im Jahr an den Mann bzw. die Frau bringen. Falls hier jemand einen heißen Tipp hat, ob es nicht doch günstiger geht - bitte melden.
Wohnmobil-Verfügbarkeit war kein Problem, Preise zwar auch im Januar schon hart an der Schmerzgrenze, aber die Flüge passten auch und somit war der grobe Rahmen am 22. Januar bereits abgesteckt und gebucht:
- Hinflug Zürich - Los Angeles mit der Swiss am Freitag, 07.06.02, 10:00 Uhr,
Übernahme Wohnmobil am Samstag, 08.06.02,
Rückgabe Wohnmobil am Dienstag, 16.07.02 und anschließend
Rückflug Los Angeles - Zürich am Dienstag, 16.07.02, 15:00 Uhr
Die Planung
Planung ist die höhere Stufe des Irrtums.
Mit Computern kann man viel schneller planen.
(unbekannt)
Nachdem ich ja - in Gabi's Augen - ein "Planungs-Fetischist" bin, konnte ich jetzt endlich loslegen.
Ausgestattet mit:
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Reiseführern aus unserem Fundus
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ein paar Neuerwerbungen
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sowie besonders für die Kinder,
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einem guten Routenplaner
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stand einer mehrwöchigen intensiven Planungsphase nichts mehr im Wege.
Hinzu kamen die vielen interessanten Tipps und Reiseberichte aus dem Internet, wobei hier die Gefahr des "information overflow" natürlich immens ist. Vor allem die zahlreichen Foto-Galerien machten den Appetit noch größer...
Die Eckpunkte der Reise waren mit Start- und Zielpunkt vorgegeben und die Tourenvorschläge in den beiden Vista Point-Reiseführern wogen schwer. Dazu kam der Wunsch, unsere lieben Verwandten in Seattle und bei Portland wieder zu besuchen. Das Ganze erforderte naturgemäß einen Kompromiss zwischen "alles fotografieren und abhaken" und "das Gesehene auch verarbeiten können".
Die ersten Versionen der Routenplanung ("alles abhaken") ergaben dann prompt auch eine Streckenlänge von über 8000 Meilen - und das ist für die verfügbare Zeit selbst für autogewöhnte Kinder (und Eltern) und trotz "relaxed US-driving" zuviel.
Mut zur Lücke war also angesagt.
Schweren Herzens haben wir (ich) daher in der Planung auf den äußersten Osten der Tour verzichtet - Devil's Tower, Mount Rushmore, Crazy Horse und Nebraska müssen also wahrscheinlich noch ein Weilchen länger auf uns warten. Dazu sind derzeit Mesa Verde N.P. und Great Sand Dunes N.M. aus Zeitgründen "gestrichen". Dazu gab es noch einige Streckenabschnitte, die aufgrund der Größe des Wohnmobils schwierig zu fahren bzw. verboten sind und daher umfahren werden mussten - so z.B. der Mokee Dugway in Utah (schade, schade...).
Der Letzt-Stand der Routen-Planung hat dann folgendes ergeben:

Los Angeles - Las Vegas - Zion N.P. - Grand Canyon N.P. (North Rim) - Bryce Canyon N.P. - Capitol Reef N.P. - Monument Valley - Canyon de Chelly N.M. - Durango - Black Canyon of the Gunnison N.P. - Colorado Springs - Denver - Rocky Mountain N.P - Aspen - Colorado N.M. - Arches N.P. - Canyonlands N.P. - Dinosaur N.M. - Salt Lake City - Grand Teton N.P. - Yellowstone N.P. - Cody - Sheridan --- (loooong drive) --- Seattle - Mount Angel/Portland - Monterey - Highway 1 - Los Angeles.
Das ergibt zusammen etwa 6500 Meilen, wobei der Tagesschnitt bei ungefähr 150 Meilen liegt. Mit einer geschätzten Fahrzeit von ca. 3,5 Stunden pro Tag sollte das eigentlich ganz bequem machbar sein.
Es ist mir klar, dass wir diese Planung vor Ort vielleicht (wahrscheinlich?) total umschmeißen. Könnte ja sein, dass in den Rockies der Winter diesmal bis in den Juli geht oder uns die Wüstengebiete einfach zu heiß sind...
Kein Problem, dann baden wir eben in den Großen Seen...





