Tag 12: Vom Canyon de Chelly N.M. nach Durango
Kurzporträt
Highlights
Canyon de Chelly (allerdings nur für Joachim und Oliver)
Bild des Tages
![]() | Canyon de Chelly - North Rim |
Reisebericht
Nach einer unruhigen Nacht mit einem fiebernden Kind, welches wenigstens teilweise geschlafen hat, wird wie immer gefrühstückt und reisefertig gemacht. Meine Ausweisungshandbewegungen auf unserem engen Campingplatz finden bei Joachim wenig Beachtung. Dafür freut es mich umso mehr, dass die Anweisungen des Navajo Indianers gar keine Reaktion hervorrufen und dieser daraufhin (gefrustet?) in seiner einfachen Hütte verschwindet.
Da Andreas sich zwar etwas besser, aber doch fiebrig ist, wird auf weiteres Aussteigen der gesamten Familie beim Besuch des North Rim verzichtet.
Danach geht es weiter auf schöner, aber sehr langer Strecke durch Indianerreservat. Überall hat es einfache Häuser oder "Mobile Homes". Man kann sich aber vorstellen, dass es hier sehr einsam ist und wundert sich sowieso, wie die Indianer von der wenigen Viehhaltung, die sichtbar ist, leben können. Alkohol gibt es nirgendwo zu kaufen, auch nicht im Supermarkt. Andererseits liegen genügend leere Bierdosen herum, d.h. der Nachschub muss doch irgendwie funktionieren.
Die Landschaft ist wüstenartig mit einigen Monumenten dazwischen und ist später nur noch Steinplatten übersät. Nur einige Windhosen sind von Weitem sichtbar und die Straßenarbeiter sind mit dem Wegräumen von Sandverwehungen auf der Straße beschäftigt.
Endlich erreichen wir Four Corners, wo man alleine für das Parken an dieser Stelle 2 Dollar pro Person aufbringen muss. Man kann hier die einzige gemeinsame Grenze von vier Staaten der USA ansehen, nämlich: Arizona, Utah, Colorado und New Mexiko. Außer sehr heiß, einer langen Schlange von (überwiegend) Amerikanern, die sich hier fotografieren lassen wollen, und einer ganzen Armada von Verkaufsbuden für Indianerschmuck und -kunst ist hier wenig zu holen.
Weiter geht es durch Wüstenlandschaft, diesmal in Braun- und Gelbtönen und in Colorado dann Richtung Rocky Mountains. Die Kinder freuen sich schon sehr auf die Berge, verschlafen aber teilweise den Übergang zu der bergigen Landschaft nach Cortez und dem heutigen Ziel Durango. Man sieht den Wiesen an, dass der Schnee noch nicht lange weg sein kann und ist trotzdem über die Temperaturen von ca. 35 ° Celsius überrascht.
Nach der Ankunft fragen wir im Visitor-Center nach den Bränden, deren Rauch wir bereits am strahlendblauen Himmel entdeckt haben. Es ist nur eine Straße gesperrt, die aber nicht zu unsere Reiseroute gehört. Das Feuer ist lt. Zeitung (endlich gibt es das einmal wieder) sehr heftig und hat sich bereits auf etwa 120 Quadratkilometer ausgeweitet.
Unser Campingplatz liegt außerhalb von Durango und ist ganz witzig, da die Bahnlinie der historischen Dampfeisenbahn etwa 20 Meter von unserem Platz entfernt ist. Oliver und Jeannette wollen noch zum Swimmingpool, während ich mit Andreas erst vor dem Wohnmobil sitze und danach koche (Nudeln, Zucchini und Steak). Gott sei Dank ist das Fieber von Andreas völlig verschwunden und nach dem Essen sind die beiden Jüngsten in fünf Minuten im Bett. Wir sind noch mit dem Tagebuch und der Homepage beschäftigt, denn es gibt hier (endlich wieder?) Strom und Phone-Hookups!


