USA Westen 2002

Tag 24: Dinosaur National Monument

Kurzporträt

Datum: Sunday, 30 June 2002
Route: Jensen - Dinosaur - Harpers Corner Scenic Drive - Jensen - Dinosaur Quarry - Tour of the Tilted Rocks - Vernal
Wetter / Temperatur: sonnig und heiß, 35-40°C
Aktuelles Wetter: Dinosaur N.M.
Vorhersage f<ü>r Dinosaur, CO
Vernal
Vorhersage f<ü>r Vernal, UT
Abfahrt: 9:45
Ankunft: 18:30
gefahrene Meilen: 157
Campingplatz: KOA Vernal


    Fotogalerie:

01 Die Opfer

    Karte:

2002-06-30

Highlights

Harpers Corner Scenic Drive

Dinosaur Quarry

Tour of the Tilted Rocks

Bild des Tages

Schädel eine Allosaurus Schädel eines Allosaurus in der Dinosaur Quarry

Reisebericht

Verbogene ErdeEigentlich begann unser Tag eher gemütlich mit Ausschlafen bis 8:00 Uhr, danach Frühstück und Aufräumen bis 9:45 Uhr und einer Fahrt zurück nach dem Städtchen Dinosaur/Colorado, welches der Ausgangspunkt eines offensichtlich weniger besuchten Naturparks ist.

Am Eingang des Parks kann man für 50 Cent einen Führer für den Harpers Corner Scenic Drive erstehen. Darin sind verschiedene Nummern aufgeführt und erklärt, welche dann mit Schildern an der Straße angezeigt werden.

Es beginnt mit einem quengeligen, müden Andreas, der uns am Ansehen und Genießen der schönen Landschaft hindert. Nachdem es etliche Meilen bergaufwärts durch eher grüne Landschaft (bewirkt durch eine Art Gras und kleinen Büschen, den Sagebrush) geht, hält Joachim an, um große Zikaden, eine Art Heuschrecke, zu betrachten, die munter auf der Straße herumlaufen bzw. hüpfen. Die Kinder sind neugierig und wollen die Bilder ansehen. Auf dem Weg bzw. der Straße hüpfen um diese (Jahres-) Zeit Hunderte, besser Tausende dieser Tiere, und so bleibt es nicht aus, dass viele Exemplare Opfer des Straßenverkehrs werden. Macht nichts, die Überfahrenen dienen als Nahrung für Ihre Artgenossen und für Vögel, lecker, lecker.

Der Straßenführer erklärt, dass es sich hier um ein Gebiet mit sehr sauberer Luft, Wasser in den Flüssen und vielen Plätzen handelt, die die Menschheit noch nicht betreten hat. Das die Natur hier noch unberührt ist, merken wir auch an der Unmenge von Insekten, die um uns herumschwirren, wenn wir aussteigen. Als ich mit Oliver und Jeannette einen kurzen Weg zum Aussichtspunkt alleine gehe, kommt jedoch die alte Panik vor "großen Insekten" zum Vorschein. Mit lautem Geschrei muss ich beide zum Wohnmobil zurückbringen, da einige der Zikaden über den Weg laufen, als wir vorbeigehen. Arme Stadtkinder!

Wir bleiben dann immer im Wagen, während Joachim eine schöne Wanderung von ca. 2 Meilen, hin und zurück in einer dreiviertel Stunde,  unternimmt. Der Blick auf den Echo Park, den Whirlpool Canyon und den Mitten Park Fault ist atemberaubend. Wo wir bisher Felsformationen und Plateaus gesehen haben, die sich seitwärts vorgeschoben hatten, ragen die Gesteinsschichten fast senkrecht nach oben. Dazwischen liegt der Green River, der sich ja später mit dem Colorado vereint. Geologen haben hier die Möglichkeit, das Erdinnere wie nirgendwo sonst zu sehen und zu studieren.

Erwähnenswert ist noch, dass 1776 zwei Europäer, namens Escalante und Dominguez, die Gegend von Santa Fe aus katalogisiert haben und später nachgewiesen werden konnte, dass die Indianer in friedlicher Kommunikation mit den Siedlern waren und nicht feindlich wie sonst in den Western dargestellt.

Ich gebe keine Stifte her!Nun zur Gegenwart: Wir essen zwischenzeitlich Nudelsuppe und die Kinder malen oder horten Stifte, wie man sieht:

Nachdem wir den Park erst gegen 13:45 Uhr verlassen, geht es zurück nach Dinosaur und weiter Richtung Dinosaur National Monument/Utah. Das 330 Quadratmeilen umfassende Gebiet wurde bis hin zum Green River erweitert, damit man die Schönheit und die Tierwelt des Flusses mit einbeziehen konnte. In diesem Gebiet wurden Tausende von Dinosaurier-Knochen Anfang des 20.Jahrhundert von Earl Douglas entdeckt, freigelegt und zum Teil verschickt.

Wir parken und fahren mit einem Shuttle-Bus die paar Hundert Meter hinauf zur großen Ausgrabungsstelle. Dort kann man alle möglichen Dinosaurierknochen an einer Wand bewundern. Manchmal führen Geologen sogar noch Ausgrabungen durch und erklären ihre Arbeit. Die jetzigen Grabungsorte sind aber weiter weg und werden geheimgehalten, um Diebstahl vorzubeugen. Wir können uns sogar einen  uralten Film ansehen, wie man in der Anfangszeit gearbeitet hat. Außerdem gibt es viele fossile Fundstücke und viele Hinweistafeln und Erklärungen, dazu Werkzeuge und Arbeitsräume zur Einsicht.

Wir kehren wieder zum Wohnmobil zurück und entschließen uns, trotz vorgerückter Uhrzeit auch diesen Teil des Parks noch genauer anzusehen bzw. abzufahren. Die Farmer nutzen wie üblich das Wasser des Green River zur Bewässerung ihrer Wiesen und Felder. Die Landschaft dahinter wirkt sehr bizarr und weist wie am Harpers Corner Scenic Drive die Gesteinsschichten nach oben aus. Das ist auch der Grund, warum die Saurierknochen gefunden werden konnten. Sie wurden durch den Fluss weggespült, später übereinanderliegend versteinert und dann an die Erdoberfläche angehoben.

DCF 1.0Was uns hier besonders gefällt, sind die Split Mountains, ein Bergmassiv, das durch den Green River geteilt wurde (leichter wäre es gewesen, wenn sich der Fluss einen Weg um den Berg gesucht hätte).  Am "Mund" des Canyons befindet sich ein sehr schöner Campingplatz, mit Bäumen, die Schatten spenden.

Nachdem die Straße plötzlich nicht mehr geteert ist und wir nicht genau wissen, wie es weitergeht, entschließen wir uns zum Umdrehen.  Die Breite der Straßengabelung scheint gerade ausreichend, und mit mir als Einweiserin für die letzten Zentimeter schaffen wir es auch gerade so (durch eine Kamera, die sich beim Rückwärtsfahren automatisch einschaltet, bin ich von meinen früheren Tätigkeiten sonst weitgehend befreit!).

Die schönsten Plätze bleiben uns aber verborgen, da, wie so oft, nur mit Allradantrieb und Genehmigung in Gebiete abseits der Straße gefahren werden darf. Hier hätte man noch die Hütte einer Einsiedlerin und diverse Steinmalereien besichtigen können. Das nächste Mal müssen wir halt doch einen Jeep mieten und hinten anhängen!

Wir kehren um mit wunderbaren Eindrücken und der Erkenntnis, dass es sich lohnt, sich genügend Zeit zur Besichtigung der Parks zu nehmen. Leider wäre es auch hier besser, erst spät in den Park zu fahren, denn als wir um 17.45 Uhr Richtung Vernal fahren, hat es noch 35° Celsius.

Dort angekommen, gibt es volles Relaxprogramm mit Essen und Spielen und nach Ankunft auf dem KOA Campingplatz Baden im Swimmingpool bis 21:00 Uhr (leider ist das Wasser sehr warm!). Joachim hat sich zwischenzeitlich das Spielergebnis vom Fußball World Cup über Internet besorgt, da sich hier sonst auch niemand an ein Ergebnis erinnern kann, nur dass es knapp war... Europa und Fußball ist hier nicht so wichtig!