Tag 31: Von Kamiah nach Coulee City
Kurzporträt
Highlights
Dry Falls und das Bad im Swimmingpool nach einer langen Fahrt!
Bild des Tages
![]() | Farm im Palouse-Gebiet, endlose grüne Hügel sorgen für Abwechslung zu den braunen Canyons in Idaho |
Reisebericht
Wir wachen gegen 7.45 Uhr auf und toasten heute mal wieder einige Bagels, was gegenüber dem Brot am besten schmeckt. Oliver schafft es fast nicht aufzustehen, da er noch so müde ist. Normalerweise behauptet er vor dem Zubettgehen immer, dass seine Augen nicht zubleiben wollen! Heute ist es umgekehrt!
In dem kleinen Wald indem unser Campinglatz ist, herrscht reges Treiben. Es hat fast nur Rentner, die es sich hier gemütlich machen, gerne plaudern und Hunde Gassi führen.
Wir verlassen den Platz in Richtung Lewiston weiter am Fluss entlang und sehen viele Häuser an beiden Seiten der Hänge. Von was die Leute hier hauptsächlich leben, ist uns ein Rätsel. Außer ein paar Läden und einigen Handwerksbetrieben gibt es nicht viel außer ein bisschen Tourismus. Die Hauptattraktion ist, dass der Lewis/Clark Trail hier durchgekommen ist.
Von 1803 bis 1806 haben die beiden Freunde Lewis, ein Mitarbeiter der Regierung, und Clark die Gegend von St. Louis bis zum Pazifik erkundet und schriftlich festgehalten. Der Weg führte sie auch durch das Gebiet der Nez Perce am Clear Water River, unserem ersten Streckenabschnitt. Die Indianer bauten den Weißen Kanus und beschrieben ihnen den Weg. Auf dem Rückweg trennten sich Lewis und Clark und entdeckten dabei noch andere Teile des Landes.
Die beiden Städte Lewiston und Clarkston, die durch den Snake River getrennt sind, erreichen wir am Mittag. Die Straße steigt steil an auf den Lewiston Hill, nur noch knappe 1.400 m.ü.M (wir sind in den letzten Tagen ganz schön heruntergekommen). Oben auf dem Berg kann man an einem Denkmal anhalten und auf die Städte blicken. Wir wären das letzte Mal gerne die alte Straße hinaufgefahren, die sich in engen Kurven den Berg hinaufschlängelt, dieses Mal verzichten wir aus Zeitgründen, außerdem sind wir in den Rockies schon genügend schöne Kurven gefahren.
Kurz darauf passieren wir die Grenze zu Washington. Da wir noch Vorräte brauchen und die Kinder etwas essen wollen, machen wir in Pullman Station und fahren danach weiter durch eine hügelige, grüne Landschaft. Bis auf die Straße und die einzelnen Farmen ist alles mit Getreidefeldern bedeckt. Oliver wundert sich nicht zu Unrecht, denn es gibt keine Bäume, nur bei den Farmen. Die Amerikaner lieben es "shady" (=schattig), was man besonders bei der Werbung für den Campingplatz hervorhebt.
Einzige größere Erhebung ist der Steptoe-Butte mit etwa 150 Metern Höhe. Nach schier endloser Fahrt err
eichen wir Spokane, eine bis auf einen schönen Stadtpark nicht besonders attraktive Stadt, mit über 180.000 Einwohnern (mit Umland: 420.000 Einw.). Lt. Reiseführer kann man hier aber gut Einkaufen und findet gute Unterkunftsmöglichkeiten als Basis für Reisen ins Umland.
Ins naheliegende Kanada gingen wir jetzt auch gerne hin! Zwei Wochen kanadische Rockies wäre jetzt noch genau richtig. Ob Joachims Chef das auch so sieht?.
Daher wir fahren weiter Richtung Westen bis Coulee City . Die Farmlandschaft wird immer trockener und am Ende sehen wir schon die Canyons der Dry Falls. Hier gab es Gletscher, die in der letzten Eiszeit von Zeit zu Zeit abschmolzen und als große Flut durch die Canyons kamen bzw. sie erst schufen. Heute heißen sie Dry Falls (=trockene Wasserfälle), da fast kein Wasser mehr darin zu finden ist.
Wir kennen bereits einen Campingplatz direkt im Canyon und checken dort nach 18:00 Uhr ein. Der Campingplatz hat ein kleines Cafe und
Tretbootfahren kann man auch. Wir lassen uns aber von den Kindern dazu überreden, an den Swimmingpool zu gehen und erst danach noch Abendbrot zu essen.
Joachim besorgt dann noch im Office zwei Packungen Fudge, eine Art Schokolade (=bäbbelig süß wie vor drei Jahren, aber den Kindern schmeckt's besonders).
Oliver muss unbedingt noch vor das Wohnmobil zum Spielen und er findet wie immer einen Grund dazu! Er beobachtet noch kurz mit Papa ein Gewitter.
Trotz Blitz und Donner schlafen die Kinder gut ein. Wir freuen uns über den starken Wind, der uns bei Temperaturen über 30° Celsius gute Abkühlung verschafft. Unsere Nachbarn versuchen derweil, ihre Zelte zu sichern oder bauen sie ab. Der Regen war auch nur sehr begrenzt, ein paar Tropfen fallen immer wieder, mehr nicht.


